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Aus der Geschichte der MK Bernbeuren e.V.

In Bernbeuren wird seit 200 Jahren zu den verschiedensten Anlässen musiziert. In dieser langen Zeit hat die Musikkapelle das dörfliche Leben in großem Umfang mitgestaltet und bereichert.

 

1810 - 1900

Der erste schriftliche Nachweis über das Bestehen einer Musikkapelle stammt aus dem Jahr 1810. Nach einer Quittung, datiert vom 2. Juli 1812, erhalten die Musikanten und Fahnenträger für die Mitwirkung beim Corpus-Christi-Fest in den Jahren 1810/11 eine Vergütung von 11 Gulden. Aus den Aufzeichnungen im Gemeindearchiv geht auch hervor, dass am 22. November 1837 die Einweihung des neuen Schulhauses musikalisch umrahmt und für die Verpflegung 2 Gulden 42 Kreuzer bezahlt werden.

Weitere Quittungen belegen das Mitwirken der Musiker bei der Schulprüfung (Preisverteilung) ab dem Jahr 1838.

 

Musiker oder Dirigenten sind uns aus dieser Zeit jedoch nicht namentlich bekannt. Erst eine Quittung aus dem Jahr 1852 nennt Josef Forstner als Musikleiter.

Bemerkenswert an diesen Belegen ist, dass die Vergütung für die Musiker über Jahrzehnte unverändert bleibt.

Auf eine enge Verbindung von Musikern  und Kirchenchor lässt sich auf Grund einiger Aufzeichnungen des damaligen Schullehrers und Chorleiters Kosmas Klaus (1792 – 1860) schließen.

Kosmas Klaus war von 1836 – 1860 in Bernbeuren als Lehrer tätig und führte in der Pfarrkirche das Instrumentenverzeichnis.

Seinerzeit wird mit diesen Instrumenten aber nicht nur Kirchenmusik gemacht, wie Kosmas Klaus am Ende seiner Aufstellung feststellt:

Bombardon in C: „Wird aber bemerkt, dass er von der hiesigen Musikgesellschaft gebraucht wird, überall, aber auf dem Tanzboden nicht!“

Weiter notiert er: „Da die Chormusikanten von obigen Instrumenten zur Tanzmusik oder zu den Musikproben mitnehmen was sie wollen, ohne den Schullehrer als Chorregent zu fragen, so steht letzterer nicht im geringsten gut, weder für bezeichnete Instrumente, noch für nachbeschriebene Musikalien!“

Während der Gemeindepfleger in den Quittungen die Musiker „Josef Forstner mit Konsorten“ nennt, erscheint in den Aufzeichnungen des Lehrers Kosmas Klaus erstmals die vornehmere Bezeichnung „Musikgesellschaft“.

Musiker oder Dirigenten sind uns aus dieser Zeit jedoch nicht namentlich bekannt. Erst eine Quittung aus dem Jahr 1852 nennt Josef Forstner als Musikleiter.

Im Jahr 1892 gründen die Musiker erstmals einen Verein. Dazu wird eine aus heutiger Sicht mustergültige Satzung beschlossen. 1. Vorstand dieses Musikvereins war Georg Gstaltmayr (1860 – 1926), der in der Zeit von 1887 – 1897 als Lehrer in Bernbeuren tätig war.

Als weitere Mitglieder der Vorstandschaft werden Johann Haf als Kassier und Schriftführer sowie Sebastian Dreer und Josef Kraut als Beisitzer genannt.

In 24 Paragraphen wird das Vereinsleben genau geregelt. Der Verein hat Aktive, Passive und Ehrenmitglieder. Noch 1935 werden zwei Mitglieder auf Grund dieser Satzung nach § 11 – unwürdiges Verhalten – aus dem Musikverein ausgeschlossen.

von links nach rechts sitzend: Ried Ludwig, Haf Johann, Fischer Josef, Haf Max, Waldmann Nikolaus, und stehend: Pracht Jakob, Greißl Ignaz, Dreher Konrad, Rauch Xaver, Dreher Sebastian und Ried Johann

1900 - 1944

 

In dieser Zeit wird vom Musikverein nicht nur die Blasmusik, sondern auch Gesang, Streichmusik und Theaterspiel gepflegt. Das beweist das noch reichlich vorhandene Notenmaterial, sowie die gedruckten Programme aus diesen Jahren.

Als 1914 ein Teil der Musiker einrücken muss, füllen einige ältere Musiker die entstandenen Lücken wieder auf. So hat die Musikkapelle Bernbeuren auch in dieser schlimmen Zeit eine spielfähige Besetzung. Nach dem 1. Weltkrieg wird die Kapelle von Xaver Rauch und Alois Waldmann weiter geführt.

Das älteste Bild zeigt die Musikkapelle Bernbeuren in der Zeit um 1900. 

Nach einer Ausschusssitzung vom 02.04.1927 kommt es zur Gründung einer Musikabteilung im Turnverein.

Die finanzielle Deckung beim Kauf der Instrumente übernimmt größtenteils der Turnverein, der Rest muss von den Musikern beigesteuert werden.

Die neu ins Leben gerufene Musikgruppe - meist Anfänger - kommt unter Leitung des damals in Leuterschach wohnenden Musikmeisters Schäfer und unter Mitarbeit von Engelbert Baur überraschend schnell voran.

Den jungen Musikern steht allerdings ein harter, probenreicher Sommer bevor, da bereits im Herbst die Fahnenweihe des Turnvereins stattfindet.

Bei dieser Veranstaltung marschiert die junge Bernbeurer Turnermusik erstmals beim Festzug mit, kann das neu Erlernte präsentieren und erwirbt sich damit viele Freunde und Anhänger.

Nach zwei Jahren übernimmt der sehr begabte Musikkamerad Engelbert Baur die alleinige Leitung der Kapelle. Bei der Verabschiedung von Musikmeister Schäfer – bei einem großen Musikabend – stellt dieser fest: „Wohl selten in einem Dorf ist ein Mensch zu finden von solch musikalischer Begabung wie Engelbert Baur.“

Im Jahr 1933 löst sich die bis dahin noch bestehende alte Bernbeurer Blaskapelle auf und fünf ihrer Mitglieder (Michael Dreher, Josef Reindl, Peter Sprenzel, Peter Völk und Nikolaus Waldmann) schliessen sich der Turnermusik an.

Beim Musikfest in Markt Oberdorf ist die Turnermusik mit 33 Musikern einer der mitgliedsstärksten Musikvereine und erhält beim Preisspiel Oberstufe einen 1A-Preis.

Auf Grund von verschiedenen Streitigkeiten wird 1937 das Ende der einst so stolzen Turnermusik eingeläutet. Im August 1937 setzt sogar eine vollständige Ruhepause ein. In einer außerordentlich einberufenen Generalversammlung am 26.12.1937 erfolgt die Trennung der Musiker vom Turnverein.

Bereits am 28.12.1937 versammelt sich die selbstständige Musikgesellschaft. Es folgt eine Neubildung des Musikausschusses und die Wahlen bringen folgendes Ergebnis:

1. Dirigent:                 Engelbert Baur
2. Dirigent:                 Michael Dreher
Kassier:                      Franz Wörle
Schriftführer:              Josef Stechele
Instrumentenwart:       Fridolin Ländle
Ausschuss:                 Xaver Linder, Jakob Steinhauser,
                               
Friedrich Negele, Karl Knappich

Die nun neu formierte Bernbeurer Musikkapelle ist wieder einsatzbereit und kann alle ihr gestellten Aufgaben erfüllen.

Die stetige Aufwärtsentwicklung wird jäh durch den 2. Weltkrieg unterbrochen. Bereits im August 1939 muss ein großer Teil der Musikanten einrücken. Wie überall, bewirkt der Krieg auch in Bernbeuren den Niedergang des gesamten Vereinslebens. Es kann jedoch auch während dieser schrecklichen Zeit eine Kapelle für die Umrahmung der Heldengottesdienste zusammengestellt werden.

1. Reihe: Wohlfahrt Hans, Steck Armin, Stechele herbert, Stockmair Winfried, Baur Anton, Köpf Georg, Baur Engelbert (Dirigent), Kraut Willi, Zillenbiehler Alois, Steck Wilfried, Zillenbiehler Leonhard; 2. Reihe: Knittel Ludwig, Völk Peter, Wohlfahrt Karl, Wohlfahrt Georg (Vorstand), Socher Matthias, Kinker Hans, Kienle Gottfried, Straub Franz, Berkmüller Klaus, Stechele Hubert, Echtler Hans; 3. Reihe: Seelos Andreas, Waldmann Max, Keck Leopold, Ländle Heribert, Jäger Karl

1945 - 1959

Nach den Kriegswirren gehen die Musikanten mit Fleiß, Ausdauer und neugewonnener Lebensenergie daran, ihr musikalisches Können wieder in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Dadurch kann bereits an Weihnachten 1945 und am Neujahrstag 1946 unter Leitung von Engelbert Baur ein Konzert gegeben werden.

Im Jahr 1953 tritt Engelbert Baur als Dirigent zurück und Michael Dreher, der bisherige 2. Dirigent, leitet die Kapelle bis zum Jahr 1960.

 

1960 - 1969

Auf Initiative von Franz Straub, Peter Völk und Max Waldmann werden alle alten und noch auffindbaren Instrumente gesammelt und in einen spielbaren Zustand gebracht. Die drei sind sich einig, eine junge Kapelle auf die Füße zu stellen oder sich ganz von der Musik zu verabschieden.

Am Pfingstsamstag 1960 finden sich ca. 20 junge Burschen zur Verteilung der Instrumente und der ersten Probe ein. Als Musiklehrer kann Musikmeister Hermann Schnitzer aus Peißenberg gewonnen werden.

Jetzt ging es Tonleitern auf und ab bis das erste Stück, der „Geschwindmarsch“, gespielt werden konnte. Die Proben mit Herrn Schnitzer finden immer samstags statt. Wegen dem für die damalige Zeit hohen Honorar des Musiklehrers von 1,50 DM pro Mann und Stunde, sind auch unter der Woche noch privat organisierte Proben, die manchmal von Musikern aus der „alten“ Kapelle verstärkt werden.

Durch die Auflösung der alten Musikkapelle wird die neugegründete Jungmusik vor die Aufgabe gestellt, alle musikalischen Anforderungen zu erfüllen.

Den ersten Auftritt bestreitet die neue Kapelle am heiligen Abend 1960 vor dem Kriegerdenkmal. Mit schönen Weihnachtsliedern wird das Fest gefeiert. An Neujahr wird das erste Standkonzert abgehalten und nachmittags ein 7-Tage-Marathon Neujahranspielen gestartet. Trotz der winterlichen Strapazen wurde abends oft noch geprobt. 

Für den Trachtenball, der zwei Wochen später stattfindet, wird die junge Kapelle gebucht und muss innerhalb von 7 Tagen ausreichend Tanzmusik einstudieren. Schriftführer Matthias Socher schreibt dazu: „… am Samstag dann legten wir eine solche Tanzmusik hin, daß manch alter Trachtler, den die Gicht schon plagte, sich wieder aufraffte und das Tanzbein schwang. Wir freuten uns und ganz Bernbeuren mit!“

Seit 07.01.1961 leitet Engelbert Baur die Bernbeurer Jungmusikkapelle. 
Die erste Generalversammlung am 18.02.1961 bringt folgendes Wahlergebnis:

Dirigent:                     Engelbert Baur
Vorstand:                   Georg Wohlfahrt
Schriftführer:               Matthias Socher
Kassier:                      Franz Straub

An Weihnachten 1961 findet das erste Konzert der Jungmusikkapelle Bernbeuren unter Leitung von Engelbert Baur statt. In diesem Jahr erfolgt auch der Beitritt zum Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON).

Bei einem Standkonzert am Ostersonntag wird die neue Uniform vorgestellt.

Am 05. August 1962 beteiligen sich die jungen Musiker erstmals beim Musikfest in Wertach bei einem Wertungsspiel und erreichen in der Mittelstufe einen beachtlichen 1. Rang mit 112 Punkten.

Bereits 1963 tritt die Musikkapelle Bernbeuren bei den Wertungsspielen in Bernbach und Peißenberg in der Oberstufe an und erreicht in Bernbach mit 115 Punkten einen 1A-Preis.

Auf der Generalversammlung 1964 gibt es Veränderungen in der Vorstandschaft:  neuer Vorstand wird Leonhard Zillenbiehler. Engelbert Baur bildet in diesem Jahr 12 junge Musikanten aus. Sie spielen bereits beim Weihnachtskonzert das erste Mal öffentlich mit.

8. Bezirksmusikfest 1966 in Bernbeuren

vom 27.08. - 31.08.1966 (Auszug aus dem Bericht des Schriftführers)

„Das Dorf Bernbeuren erstrahlt in neuem Glanz, denn die Bewohner scheuten keine Arbeit, um diesem großen musikalischen Ereignis den würdigen Rahmen zu geben. [...] Wie hellten sich doch die Gesichter der Bernbeurer Musiker auf, als nach wochenlangem Regenwetter am Samstag herrlicher Sonnenschein das Voralpenland überflutete. Begann doch heute das 8. Bezirksmusikfest des Bezirkes „Oberland“, verbunden mit dem Jubiläum der Musikkapelle Bernbeuren.

Pünktlich um 18.30 Uhr standen dann die  32 Musiker der Festkapelle unter ihrem Dirigenten Engelbert Baur neben dem Kriegerdenkmal bereit, um das Musikfest mit einem Standkonzert zu eröffnen. [...] Beim anschließenden Festakt in der Turnhalle konnte Festleiter Oskar Heiligensetzer zahlreiche Gäste begrüßen, darunter den stellvertretenden Landrat Horner, den Präsidenten des Musikbundes von Ober- und Niederbayern Herrn Wohlmuth, sowie den des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes Herrn Mayer, den Bundesdirigenten Herrn Hübner, den Bundesgeschäftsführer Herrn Bertl, Bezirksleiter Herrn Kriesmair, Bürgermeister Ländle und Dekan Sebastian Scherer. Stellv. Landrat Franz Horner ergriff als erster das Wort und überbrachte die Glückwünsche des leider erkrankten Schirmherrn Dr. Hilger. [...] Eine besondere Ehrung erhielten langjährige Mitglieder, denen Präsident Heinz Wohlmuth die Ehrennadeln und Urkunden für 25 bzw. 40-jähriges Musizieren überreichte.

Der Festakt wurde umrahmt durch Darbietungen der Festkapelle und des Männergesangsvereins Schwabsoien. Hernach zogen wir mit einem Fackelzug zum Kriegerdenkmal, an dem Vorstand Leonhard Zillenbiehler und Dirigent Engelbert Baur einen Kranz zu Ehren der gefallenen Musiker niederlegten.

Angeführt von der Musikkapelle Lähn aus Tirol ging es dann ins Festzelt. Der weitere Abend wurde ausgefüllt durch Vorträge der Gastkapelle Lähn, sowie der Festkapelle und den Fanfarenbläsern des Georgirittvereins. 

Den Haupttag kündigte die Festkapelle um 5 Uhr mit einem klingenden Weckruf an. Pünktlich um 6 Uhr begannen dann die Wertungsspiele im Festzelt und in der Turnhalle. [...] In seiner Festansprache während des Festgottesdienstes, hob Dekan Scherer den Wert der Musik im Lobe Gottes besonders hervor. Die Festkapelle umrahmte die große Messfeier mit der Harmoniemesse von Sepp Thaler. ...

Besonderen Anklang bei den Zuschauern fand auch der Marschmusikwettbewerb. [...] Was war es doch für jeden Musikkenner für ein großartiges Erlebnis, als beim Gesamtchor neben dem Festzelt alle anwesenden Kapellen – es waren ca. 1.000 Musikanten – unter der Leitung von Bezirksdirigent Georg Steigenberger ihre Instrumente erschallen ließen. Zum Vortrag kamen:
„Hymnus für Blasorchester“ von Karl Zodel
„Widmung“ von Max Seidenspinner
„Jubelklänge“-Marsch von Ernst Übel

Gegen 14.30 Uhr folgte dann ein weiterer Höhepunkt des Tages – der großartige Festzug durch Bernbeuren. 40 Musikkapellen, Fahnenabordnungen, Reitergruppen und Festwagen schlängelten sich durch die Zuschauermassen links und rechts der Straßen. Ab 15:30 Uhr war dann im Festzelt, sowie in den einzelnen Gasthöfen Konzert- und Stimmungsmusik durch verschiedene Kapellen.

Gegen 18 Uhr wurden im Festzelt die Ergebnisse der Wertungsspiele bekannt gegeben. Den stimmungsvollen Ausklang des Bezirksmusikfestes 1966 in Bernbeuren brachte die Musikkapelle Altdorf. [...] Dieses war ein großer Tag für die Musikkapelle Bernbeuren, aber auch ein großes Fest für die ganze Gemeinde und ein Markstein in der Geschichte Bernbeurens. Allen, die mit ihrer Hilfe zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben, sei der beste Dank ausgesprochen.“

 

Seit 1968 werden die jährlichen Konzerte nicht mehr an Weihnachten, sondern im Frühjahr durchgeführt.

Die größte Veranstaltung des Jahres ist die Festwoche zur Deutschen Meisterschaft im Fingerhakeln in Bernbeuren.

1970 - 1979

Karl Knappich übernimmt 1970 das Amt des 1. Vorstandes von Leonhard Zillenbiehler. Nach längerer Pause wird 1972 erstmals das Neujahranspielen wieder durchgeführt. Engelbert Baur legt im selben Jahr das Dirigentenamt aus Alters- und Gesundheitsgründen nieder.

Im Januar 1973 wird der erst 22-jährige Ignaz Keck zu seinem Nachfolger gewählt.

1974 findet das erste Frühjahrskonzert unter der Leitung von Ignaz Keck statt und Engelbert Baur wird bei diesem Konzert  zum Ehrendirigenten der Musikkapelle Bernbeuren ernannt.

Der junge Dirigent nimmt in diesem Jahr am Dirigentenhauptkurs des MON teil und schließt mit sehr gutem Erfolg ab. Beim Musikfest in Münsing gelingt in der Mittelstufe ein 1. Rang mit  Auszeichnung.

Seit dem Frühjahrskonzert 1976 führt Manfred Karlinger durch das Programm der Musikkapelle. Beim Frühjahrskonzert 1977 werden Ehrendirigent Engelbert Baur und Hans Kinker für 50-jährige Musikertätigkeit ausgezeichnet. Zum Bezirksmusikfest in Stötten wagt es Ignaz Keck, mit seinen Musikanten das erste Mal zu einem Wertungsspiel in der Oberstufe anzutreten. Zum Vortrag kommen das Pflichtstück „Intermezzo Festivo“ von Hellmut Haase-Altendorf und das Selbstwahlstück „Ouvertüre Pastorale“ von Paul Huber. Der Komponist, Hellmut Haase-Altendorf, bewertet die Kapelle mit 116 Punkten und einem 1. Rang mit Auszeichnung. 

Das Frühjahrskonzert 1978 findet erstmals in der Auerberghalle statt. In diesem Jahr bestreitet die Kapelle 55 öffentliche Auftritte. 1979 wird – aufgrund vieler Neuzugänge – ein neues Vereinsbild aufgenommen.

1980 - 1989

Nach 10 Jahren gibt es 1980 wieder eine Änderung in der Vorstandschaft. Peter Völk übernimmt von Karl Knappich das Amt des 1. Vorstandes. 1981 wird Bundespräsident Carl Carstens bei seiner Wanderung durch Deutschland auf dem Auerberg mit einem Ständchen begrüßt. Großen Anklang findet in diesem Jahr auch das gemeinsame Spiel mit den Fanfarenbläsern des Georgirittvereines beim Frühjahrskonzert.

Dirigent Ignaz Keck kann einen über zwei Jahre verteilten Lehrgang für die „Leitung von Blasorchestern und Ausbildung von Jungbläsern“ an der Bundesakademie in Trossingen erfolgreich abschließen.

Im gleichen Jahr absolviert Rainer Bartesch als erster Musiker aus Bernbeuren die D3-Prüfung (Gold).

1983 beteiligt sich die Kapelle bei den Musikfesten in Böbing und Rettenbach am Wertungsspiel in der Oberstufe, wobei in Rettenbach mit 119 Punkten das bisher beste Ergebnis erzielt wird. Das hervorragende Abschneiden wird natürlich dementsprechend gefeiert.

Beim Frühjahrskonzert 1984 wird für 25-jährige Mitgliedschaft Alois Zillenbiehler geehrt.

Bei der Einweihung der Bayerischen Musikakademie in Marktoberdorf ist es der Musikkapelle Bernbeuren eine große Ehre, den Musikbund von Ober- und Niederbayern zu vertreten.

Der von der Musikkapelle zum zehnten Mal veranstaltete „Walzerabend“ ist 1985 wieder ein Höhepunkt im Bernbeurer Fasching.

Armin Steck wird beim Frühjahrskonzert für 25-jährige aktive Musikertätigkeit ausgezeichnet werden

1987 bewirbt sich die Musikkapelle Bernbeuren um das Bezirksmusikfest 1989, welches auf der Bezirksversammlung nach Bernbeuren vergeben wird.

Ein unvergessenes Erlebnis ist im selben Jahr der erste Ausflug zum Musikverein Biengen/Breisgau. 

Bei der Wahl an der Generalversammlung 1988 ergibt sich eine völlige Veränderung innerhalb der Vorstandschaft. Auch Peter Völk übergibt das Amt des 1. Vorstandes an Arthur Keck.

Beim Frühjahrskonzert können wiederum zwei verdiente Musiker für 25-jährige Treue zur Musik ausgezeichnet werden: der frühere Vorstand Karl Knappich und der jetzige Dirigent Ignaz Keck nehmen die Urkunden entgegen.

Erstmals veranstaltet die Musikkapelle Bernbeuren zum Patrozinium „St. Nikolaus“ in der Pfarrkirche ein Kirchenkonzert, das seitdem alle zwei Jahrre statt findet.

Beim Frühjahrskonzert 1989 spielt die Musikkapelle Bernbeuren zum erstenmal in ihrer neuen Tracht, welche mit Bezirksheimatpfleger Paul-Ernst Rattelmüller gemeinsam entworfen und ausgearbeitet wurde. Musikkamerad Peter Völk wird für seine 40-jährige Treue zur Kapelle geehrt. Für 25-jähriges Musikerjubiläum können Hans Echtler, Andreas Jäger, Josef Knappich, Anton Lerchenmüller und Georg Stechele ausgezeichnet werden.

32. Bezirksmusikfest 1989 in Bernbeuren vom 30.06. -  04.07.1989

Am Freitag, den 30.06.1989 wird das Bezirksmusikfest mit einem Festzug vom Marktplatz zum Festzelt sowie anschließendem Bieranstich feierlich eröffnet. Am Samstag finden die Wertungsspiele in der Auerberghalle statt. Abends begrüßt Vorstand Arthur Keck beim Festakt in der vollbesetzten Auerberghalle die Gäste und Ehrengäste, unter ihnen den Bezirksleiter und Ehrenpräsidenten Max Kriesmair sen., den Schirmherrn und Bürgermeister Heimo Schmid, Landrat Manfred Blaschke und die Bundestagsabgeordnete Michaela Geiger. Mit dem Lied „Ich hatt' einen Kameraden“ gedenken die Anwesenden dem wenige Tage zuvor verstorbenen Präsidenten des Musikbundes, Heinz Wohlmuth. Mit der Bayernhymne findet der Festakt seinen  Abschluss.

Der Weckruf um 6.00 Uhr eröffnet den Festsonntag, der mit Kirchenzug, Festgottesdienst und anschließendem Totengedenken am Kriegerdenkmal seine Fortsetzung erfährt. Zeitgleich finden in der Auerberghalle und im Festzelt die Konzertwertungsspiele ihren Abschluss. Zum Frühschoppenkonzert musiziert die Gastkapelle aus Biengen.

Während der Mittagszeit wird der Marschmusikwettbewerb ausgetragen. Unmittelbar nach dem Gesamtchor stellen sich die Festzugteilnehmer auf und marschieren in langem Zug durch den festlich geschmückten Ort.

Insgesamt nehmen am Festzug 60 Kapellen, Festwagen und Fußgruppen teil. Die gastgebende Musikkapelle rettet sich als letzter Zugteilnehmer noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen ins Festzelt.

Nach Unterhaltungsmusik durch die Knappschaftskapelle Peiting erfolgt die Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse mit Überreichung der Urkunden und Ehrengaben. Den musikalischen Ausklang des Tages übernehmen die Musikkapellen aus Wildsteig und Roßhaupten.

Das Bezirksmusikfest 1989 endet am darauffolgenden Dienstag mit einem Sternmarsch unter dem Motto: „Blasmusik aus der Nachbarschaft“.

1990 - 1999

Beim Frühjahrskonzert 1990 wird Gottfried Gast für 25 aktive Jahre geehrt. In diesem Jahr spielt die Musikkapelle auch zwei erwähnenswerte Geburtstagsständchen: ihrem Ehrendirigenten Engelbert Baur    zum 85. und Pfarrer Josef Dolp zum 65. Geburtstag. 1993 erhalten Arthur Keck und Konrad Schmölz beim Frühjahrskonzert die Ehrung für 25 aktive Jahre und Ignaz Keck für 20 Jahre als Dirigent. Beim Georgi-Ritt zeigen sich die Musikanten erstmals in ihren neuen Bundlederhosen. Ein Besuch des Musikvereins Biengen im Herbst findet mit einem Doppelkonzert in der Auerberghalle seinen Höhepunkt.

Beim Frühjahrskonzert 1994 stehen die Ehrungen für 25 Jahre von Hans Bayr und Fritz Schmölz an.

Im April nimmt die Musikkapelle Bernbeuren im Proberaum der Musikkapelle Schwab-soien an der Aufnahme für die CD/MC „1000 Takte Blasmusik“ teil. Der Tonträger wird gemeinsam mit den Musikkapellen Apfeldorf und Schwabsoien aufgenommen. 

1995 spielt die Musikkapelle zur Beerdigung ihres Ehrendirigenten Engelbert Baur.

Am Abend des gleichen Tages werden beim Frühjahrskonzert Josef Echtler und Josef Stechele für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Erstmals wird an Pfingsten kein Weckruf mehr gespielt und stattdessen die Erstkommunion musikalisch begleitet.

Eine besondere Ehrung erhält Ignaz Keck beim Jahreskonzert 1998. Bereits seit 25 Jahren leitet er die musikalischen Geschicke der Kapelle. Sein erster Schüler Albert Merk kann für die gleiche Zeit als aktiver Musikant geehrt werden. Im gleichen Jahr nimmt die Musikkapelle am Oktoberfestzug in München teil. Beim Frühjahrskonzert 1999 werden Alois Zillenbiehler für 40-jährige und Thomas Weißenbach für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Zum bevorstehenden 190-jährigen Jubiläum wird im Kindergarten St. Nikolaus Bernbeuren eine neue CD aufgenommen.

 

 

2000 - 2010

In der Generalversammlung Anfang 2000 gibt es neben mehreren Veränderungen in der Vorstandschaft einen Wechsel im Amt des 1. Vorstandes: Roland Bartesch wird Nachfolger von Arthur Keck.

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des Musikvereins Biengen besucht die Musik-kapelle Bernbeuren ihre Freunde und gibt ein Konzert im Kursaal Bad Krozingen.

Im Sommer tritt die Oberstufenkapelle zum Wertungsspiel in Roßhaupten an. Mit den Stücken „Abenteuer in Tokio“ und „Oregon“ gelingt ein 1. Rang mit  Auszeichnung.

Im November spielt die Kapelle ihrem Dirigenten Ignaz Keck  zum 50. Geburtstag ein Ständchen. 

2001 wird beim Frühjahrskonzert erstmals nur bestuhlt und die Kapelle sitzt auf einer in die Halle gebauten Bühne. Eine weitere Neuerung ist der zum ersten Mal in Filser`s Biergarten veranstaltete Dämmerschoppen. Stellvertretend für Ministerpräsident Edmund Stoiber überreicht Landrat Luitpold Braun dem Dirigenten Ignaz Keck im Rahmen des Jugendkonzertes das „Ehrenzeichen des bayerischen Minister-präsidenten für Verdienste im Ehrenamt“.

Bürgermeister Heimo Schmid stellt in der Generalversammlung 2002 die Planungen für den Erweiterungsbau (mit neuem Proberaum für die Musikkapelle) an der Ostseite der Auerberghalle vor. Roland Bartesch, Wendelin Hipp, Georg Seelos und Alois Stapf werden für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt. Außerdem werden für langjährige Funktionärstätigkeit  mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet: in Bronze Arthur Keck für 10 Jahre als Vorstand, in Silber Hermann Waibl für 15 Jahre als Kassier und in Gold Georg Stechele für 20 Jahre als Schriftführer.

Beim Frühjahrskonzert 2003 wird Ignaz Keck für 40 aktive Jahre als Musikant, sowie für 30 Jahre als Dirigent geehrt.

Im Rahmen des Frühjahrskonzertes 2004 erhalten Andreas Jäger und Georg Stechele für 40 Jahre Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel. Benjamin Kauer und Ulrich Bielmeier legen die D3-Prüfung (Gold) erfolgreich ab, Regina Settele die C1-Prüfung zur Registerführerin.

Anfang 2005 nimmt die Musikkapelle Bernbeuren am Mittelstufenwettbewerb des MON in Windach teil. Mit den Stücken „Rhapsodie Provencale“ und „Kap Arkona“ belegt sie mit 93 Punkten den 2. Platz und qualifiziert sich damit für den Landesentscheid in München. Die Proben für das Jahreskonzert finden bereits im neuen Musikraum statt. Manfred Karlinger führt beim Frühjahrskonzert zum 30. Mal durchs Programm und Regina Settele und Florian Hipp erhalten die Urkunden für die bestandene D3-Prüfung (Gold).

An der Bezirksversammlung 2006 in Schwabsoien bewirbt sich die  Musikkapelle Bernbeuren um das Bezirksmusikfest 2010 und erhält den Zuschlag.

Beim Frühjahrskonzert wird Hermann Waibl die silberne Ehrennadel für 25 Jahre als Musikant angesteckt. Matthias Klaus legt die D3-Prüfung (Gold) ab, Florian Hipp die C1-Prüfung zum Registerführer.

2007 tritt die Musikkapelle Bernbeuren mit den Stücken „Festival Ouverture“ und „Drei Tänze“ wieder beim Mittelstufenwettbewerb in Windach an. Erneut wird ein zweiter Platz unter den besten Mittelstufenkapellen aus Ober- und Niederbayern und die Qualifikation für den Landesentscheid erreicht. Bei der Bayerischen Meisterschaft der Mittelstufenkapellen in Würzburg gelingt mit den Stücken „Four meets seven“ und „Drei Tänze“ unter den 10 teilnehmenden Kapellen der fünfte Platz. Mit diesem Ergebnis ist die Kapelle der beste Vertreter des MON bei diesem Wettbewerb.

Als offizieller Vertreter repräsentiert die Musikkapelle Bernbeuren im Oktober 2007 den MON beim Tiroler Landesmusikfest in Innsbruck. Mit 62 Musikerinnen und Musikern nimmt die Kapelle bei winterlichen Temperaturen an Sternmarsch, Festakt und Festzug teil. Mathias Dreher absolviert erfolgreich die D3- (Gold) und C1-Prüfung zum Registerführer.

Beim Frühjahrskonzert 2008 werden Arthur Keck und Konrad Schmölz für   40 aktive Jahre sowie Hermann Waibl für 20-jährige Tätigkeit als Kassier geehrt. Daniela Fichtl, Christine Keck und Benjamin Kauer (diesmal auf der Klarinette) legen erfolgreich die D3-Prüfung (Gold) ab. Benjamin Kauer absolviert zusätzlich die Dirigentenprüfung des MON mit sehr gutem Erfolg und die Musikkapelle hat nun einen „echten“ zweiten Dirigenten.

Eine besondere Ehrung wird Alois Zillenbiehler beim Frühjahrskonzert 2009  zu Teil. Er musiziert bereits seit 50 Jahren in der Musikkapelle Bernbeuren. Auf 40 Jahre Vereinstreue kann Hans Bayr zurückblicken sowie Herbert Holl auf 25 Jahre.

2010 wird das 200-jährige Vereinsjubiläum im Rahmen des 49. Bezirksmusikfestes vom 12. bis 16. Mai gefeiert.