Volles Haus beim Walzerabend in Bernbeuren
Wer braucht schon einen Opernball in Wien, wenn man doch am lumpigen Donnerstag in Bernbeuren den Walzerabend besuchen kann. Das dachten sich auch rund 250 tanzbegeisterte Ballbesucher und sorgten für eine volle Auerberghalle. Nach der Begrüßung der Gäste durch Musikvorstand Florian Hipp erlebten sie einen kurzweiligen Abend mit vielen lustigen Einlagen und sehr viel Gelegenheit zum Tanz. Für die musikalische Umrahmung sorgte die kleine Besetzung der Musikkapelle, die für alle Musikgeschmäcker das richtige Stück parat hatte und dem Titel geschuldet natürlich auch viele Walzer zum Besten gab. Die erste Tanzpause gab es, als Christina Waibl alias Stasi W., ein lustiges Mundart-Gedicht über die Vorkommnisse beim Frühjahrsputz vortrug. Der nächste Sketch - „A Kind muass her“ - gespielt von Andreas Müller, Christine Keck und Florian Hipp, handelte über ein Missverständnis zwischen Eheleuten mit Kinderwunsch und einem Baby-Fotografen. Diese tolle Einlage sorgte für viele Lacher beim Publikum. Nach einigen weiteren Tanzrunden marschierten plötzlich drei Musiker (Regina Settele, Benjamin Kauer und Matthias Klaus in der alten Musiktracht von vor 1989) durch die Halle und auf die Bühne, um einiges zu verkünden, was denn im vergangenen Jahr alles an kuriosen Vorfällen im Dorf war. Das jeweilige Thema wurde raffiniert in eine passende Melodie verpackt und natürlich live musiziert und gesungen von den dreien. Abgehandelt wurden so z.B. der gewonnene Staatspreis für das Auerbergmuseum, den eine solch große Delegation in München entgegennahm, dass bezweifelt werden muss, ob von den 2.000,-- € am Ende überhaupt noch etwas übrig geblieben ist. Oder das Gasthaus Schnitzer, bei dem die Eingangstreppe durch einen Verkehrsunfall mit einem Traktor schwer beschädigt wurde – müsste es nicht künftig „Gasthaus zur kaputten Treppe“ heißen? Auch der Streit um Damasia sowie eine fälschlicherweise gemähte Streuwiese, auf der auch noch Bäume angepflanzt waren, wurde aufbereitet. Als nächstes war dann die Garde aus Schwabsoien mit Garde- und Showtanz an der Reihe und bot dem Publikum was für`s Auge. Im zweiten Teil der Jahresaufbereitung kamen wieder die grandiosen drei „alten“ Musikanten zu Wort bzw. Lied, diesmal über lustige Vorkommnisse innerhalb der Musikkapelle. Hier ging es unter anderem um unpassende Anrufe der Geistlichkeit beim ehemaligen Vorstand und um eine eifrige Horn-Spielerin und Probenbesucherin, die dann jedoch beim entscheidenden Wertungsspiel verschlafen hat. In der letzten Einlage des Abends zeigten einige Musikmädchen noch, wie man einem Herrenmangel beim Tanz begegnen könnte – auch das strapazierte nochmal die Lachmuskeln bei den Besuchern, denn die Ersatz-Tanzpartner waren männliche Gummipuppen. Nach Ende des offiziellen Programms schlug wieder die Stunde der Tänzer: die kleine Besetzung musizierte noch bis nach 2 Uhr, so dass sich nochmals viel Gelegenheit zum Tanz bot. Wer das nicht wollte, konnte in die „Musiker-Bar“ flüchten, die ebenfalls gut gefüllt war.
Musikkapelle Bernbeuren – Generalversammlung mit Neuwahlen
Bei der Musikkapelle Bernbeuren stand zum Jahresanfang 2012 als erstes die Generalversammlung an, zu der sich 53 Musikerinnen und Musiker sowie Bürgermeister Heimo Schmid im Gasthaus Schnitzer trafen. Die Mitglieder nahmen die Berichte der Vorstandschaft entgegen. Zusammenfassend ging hervor, dass das Jahr 2011 ein eher anstrengendes Jahr war: neben der vielen Probenarbeit (ca. 50 Gesamtproben, 6 Marschproben, ca. 10 Gruppenproben) waren 56 musikalische Auftritte zu absolvieren. Trotzdem war es auch ein sehr erfolgreiches Jahr, wie die Wertungsspiel-Teilnahmen in Wildsteig und Stötten zeigten – und das trotz Dirigentenwechsel zum Jahreswechsel 2010/2011. Leider hat uns das Thema Dirigentenwechsel auch jüngst wieder beschäftigt: Elke Ebermeyer kündigte ihr Engagement als 1. Dirigentin fristgerecht zum 31.12.2011. Ihr Fazit war, dass „wir einfach nicht zusammenpassen“ und auch die musikalischen Ansichten zu unterschiedlich sind. Für ihre weitere musikalische Zukunft wünschen wir ihr viel Glück! Der Vorstandschaft stellte sich also wieder die Aufgabe, eine rasche Lösung zu finden, um am 31. März wieder ein Frühjahrskonzert abhalten zu können. Nachdem eine externe Lösung in so kurzer Zeit nicht machbar war, signalisierte unser 2. Dirigent Benjamin Kauer (geprüfter Dirigent des Musikbundes von Ober-und Niederbayern) zunächst seine Bereitschaft, die musikalische Verantwortung für das Frühjahrskonzert 2012 zu übernehmen. Mittlerweile sagte er sogar zu, die Dirigententätigkeit so lange zu übernehmen, bis ein geeigneter Kandidat gefunden und installiert ist. Auch ihm wünschen wir gutes Gelingen und das richtige musikalische Händchen! Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Versammlung waren die turnusgemäß durchzuführenden Neuwahlen. Hier ergab sich quasi ein Generationswechsel: der bisherige 1. Vorstand Roland Bartesch stellte sich nach 12-jähriger Amtszeit nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Hermann Waibl, der bereits auf 24 Jahre Kassierer-Tätigkeit zurückblickt, kandidierte ebenfalls nicht mehr. Auch die Funktionen 2. Vorstand, Beisitzer und Jugendvertreter galt es neu zu besetzen. Die Versammlung führte zu folgenden Wahlergebnissen: zum 1. Vorstand wurde Florian Hipp gewählt, ihm zur Seite steht künftig Regina Settele als 2. Vorsitzende. Jürgen Zillenbiehler (Kassier), Christine Keck (Beisitzerin) und Elisabeth Keck (Jugendvertreterin) wurden als weitere neue Vorstandschafts-Mitglieder gewählt. Von der „alten“ Führungsmannschaft bleibt als erfahrenes Mitglied Michael Kohler (Schriftführer) in der Vorstandschaft, sowie der bisherige 2. Dirigent Benjamin Kauer als künftiger 1. Dirigent. Das Amt des 2. Dirigenten bleibt bis auf weiteres unbesetzt. Dem neuen Führungsgremium wünschen wir für die Zukunft viel Glück und das richtige „Händchen“ für alle Entscheidungen.
Auch bei den Kassenprüfern ergaben sich personelle Veränderungen: Gisela Fichtel wurde im Amt bestätigt, doch ihr langjähriger Kollege Arthur Keck stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. An seiner Stelle wird künftig Sabine Niggl die Buchungen und die zugehörigen Belege überprüfen. Arthur Keck danken wir für seine 11-jährige, zuverlässige Tätigkeit als Kassenprüfer.
Unser besonderer Dank gilt den aus der Vorstandschaft ausgeschiedenen Mitgliedern für ihren Einsatz zum Wohl des Vereines – dies waren:
Roland Bartesch (1. Vorstand seit 2000)
Matthias Klaus (2. Vorstand seit 2009)
Hermann Waibl (Kassier seit 1988)
Simone Schmid (Beisitzerin seit 2006)
Sabine Hipp (Jugendvertreterin seit 2006)
Am zweiten Adventssonntag lud die Musikkapelle Bernbeuren wieder zum Kirchenkonzert in die Pfarrkirche. Das Konzert findet im Zwei-Jahres-Rhythmus und immer zu einem Termin um das Patrozinium St. Nikolaus statt.
Unter der Leitung von Dirigentin Elke Ebermeyer eröffneten die Musikerinnen und Musiker das Konzert mit dem „Hymnus Festalis“ von Klaus Ammann. Nach der Begrüßung, die stellvertretend für den erkrankten Pfarrer Schnitzer von der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Margret Natzeder übernommen wurde, folgte „Classic Tune“ von Georg Stich.
Ein Klarinetten-Quartett (Elisabeth Keck, Benjamin Kauer, Leonie Bauer und Jürgen Zillenbiehler) trug im Anschluss virtuos „Tears in Heaven“ von Eric Clapton sowie das „Ave Maria“ vor. Das Gesamt-Orchester war dann wieder mit dem Titel „Amen“ von Pavel Stanek an der Reihe, ehe mit „Spiritual and Folk“ und „Music“ zwei zeitgenössische Werke moderne und rhythmische Klänge in die Kirche brachten. Manfred Karlinger las jeweils nach einigen Stücken informative und besinnliche Texte zum Barbara-Tag und zur Adventszeit vor. Die etwa 250 Konzertbesucher hörten nun ein weiteres Ensemble, diesmal ein Blechbläser-Quintett (Roland Bartesch, Christine Keck, Franz Seelos, Gisela Fichtel und Herbert Holl), mit einer adventlichen Weise und einem modernen Jazz-Titel. Dirigentin Elke Ebermeyer, die mit den 53 Musikerinnen und Musikern in vielen Proben das abwechslungsreiche Programm einstudiert hatte, leitete wieder das ganze Orchester beim Stück „You never walk alone“ von Rainer Matuschek. Mit „Transeamus usque Bethlehem“ – Lasst uns nach Bethlehem gehen – erklang das letzte Stück im Programm und hinterließ weihnachtliche Stimmung beim Publikum.
Erfreut über den großen Applaus, griff Elke Ebermeyer nochmals zum Taktstock und leitete bei der Zugabe „Highland Cathedral“ ein letztes Mal die Musikkapelle, denn sie wird ihr Engagement in Bernbeuren zum Jahreswechsel beenden. Die Musikkapelle freut sich über den Reinerlös von 1.000,-- € aus den freiwilligen Spenden der Konzertbesucher. Dieser Betrag wird der Pfarrkirchenstiftung St. Nikolaus als Zuschuss für Innenrestaurierungs-Arbeiten im Gotteshaus zur Verfügung gestellt.