Am vergangenen Samstag fand in Bernbeuren ein erster Höhepunkt im Rahmen des Festjahres „200 Jahre Musikkapelle Bernbeuren“ statt: das Musikkorps der Bayerischen Polizei gastierte und die Pfarrkirche St. Nikolaus bildete mit ihrer guten Akustik einen würdigen Rahmen für das Benefiz-Kirchenkonzert.
Nach der Begrüßung der Gäste und des Orchesters durch Musik-Vorstand Roland Bartesch eröffneten die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Chefdirigent Johann Mösenbichler das Konzert mit Girolamo Frescobaldis (1583 – 1643) „Toccata“, die durch Klangfarbenreichtum charakterisiert ist. Johann Mösenbichler ist seit 2006 der Chefdirigent des Bayerischen Polizeimusikkorps. Neben seinen vielen weiteren Tätigkeiten als Leiter von Workshops und Seminaren oder als Juror, ist er Universitätslehrer am Bruckner-Konservatorium in Linz. Schon mit der eindrucksvollen Darbietung des Eröffnungsstückes waren die Konzertbesucher in der gut gefüllten St. Nikolaus Kirche regelrecht in den Bann des Orchesters gezogen.
Im Anschluss zeigte der Horn-Solist Tomas Topolski in „Villanelle“ von Paul Dukas (1865 – 1935) virtuos, dass er ein Meister mit diesem Instrument ist. Erwähnt sei hier, dass auch der Vater des hervorragenden Solisten im Konzertpublikum saß und vom Moderator des Polizeimusikkorps mit den Worten „Sie können sehr stolz auf Ihren Sohn sein“ begrüsst wurde.
Von einem der bedeutendsten deutschen freischaffenden Komponisten, Rolf Rudin (geb. 1961), stammte „Der Traum des Oenghus“. Mit dieser Komposition aus dem Jahr 1993, die auch wegen der großartigen Akustik in der St. Nikolaus Kirche besonders gut zur Geltung kam, entführte das Polizeimusikkorps die Zuhörer in den keltischen Sagenkreis. Vom ebenfalls zeitgenössischen Komponisten Hubert Hoche (geb. 1966) brachten die Musiker das Werk „Mystikum VI“, das sich innerhalb des siebenteiligen Mystikum-Zyklus des Komponisten mit dem Thema der Fortpflanzung beschäftigt, zum Vortrag. Dieses Werk wurde übrigens am Vortag vom Polizeimusikkorps in der St. Nikolaus Kirche der Stadt Spalt uraufgeführt. Die 45 studierten Musikerinnen und Musiker überzeugten bei „Mystikum VI“ durch ihre hohe musikalische Qualität als Gesamt-Klangkörper.
Für viele Zuhörer bekannte Klänge folgten mit dem „Largo“ aus der Symphonie Nr. 9 von Antonín Dvorák (1841 – 1904). Die Vorstände Marion Hurm (Jugendkapelle) und Roland Bartesch überreichten dem Dirigenten als kleines Dankeschön ein Exemplar der Ehrengabe, die beim bevorstehenden Bezirksmusikfest alle teilnehmenden Vereine erhalten werden. Zusätzlich gab es für die Polizeimusiker noch einen Auerbergland-Spezialitäten-Korb als kleine Stärkung für die Busfahrt. Den vielseitigen und herausragenden Konzertabend in Bernbeuren rundete das Polizeimusikkorps mit dem Titel „Der feurige Engel“ von Jurai Filas (geb. 1955) ab.
Nach kräftigem Applaus dankte Chefdirigent Johann Mösenbichler für die Präsente und nahm Bezug auf das Jubiläum der Musikkapelle Bernbeuren. Er erläuterte dem Publikum, welcher Idealismus und welcher Einsatz hinter 200 Jahren Tradition stecken. Als besondere Zugabe für dieses Benefiz-Kirchenkonzert, dessen Reinerlös der Jugendkapelle Bernbeuren zu Gute kommt, hielt das Orchester zwei Strophen des Te Deum „Großer Gott“ parat, bei dem Dirigent Mösenbichler auch das Publikum dirigierte und es zu kräftigem Mitsingen aufforderte.